Venengesundheit stärken: Von Besenreisern bis zu Krampfadern

Viele Menschen bemerken im Laufe ihres Lebens feine Besenreiser oder deutlich sichtbare Krampfadern an den Beinen. Oft stehen dahinter harmlose Veränderungen, manchmal aber auch ein Hinweis auf eine Venenerkrankung. Wer die Unterschiede kennt und weiß, wann eine Abklärung sinnvoll ist, kann seine Venengesundheit gezielt unterstützen.

Venengesundheit stärken: Von Besenreisern bis zu Krampfadern

Gesunde Venen leisten täglich Schwerstarbeit: Sie transportieren das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen. Wenn Venenwände oder Venenklappen geschwächt sind, kann es zu Besenreisern und Krampfadern kommen. Beide Veränderungen sehen ähnlich aus, haben aber eine unterschiedliche Bedeutung für die Gesundheit und die Behandlungsplanung. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und sollte nicht als medizinischer Rat verstanden werden. Für eine persönliche Einschätzung ist eine individuelle Untersuchung durch medizinisches Fachpersonal erforderlich.

Was passiert bei Krampfadern im Körper?

Im Bein verlaufen oberflächliche und tiefe Venen, die über Verbindungsvenen miteinander kommunizieren. Kleine Klappen im Inneren sorgen normalerweise dafür, dass das Blut nur in Richtung Herz fließt. Werden Venenwände schlaff oder die Klappen undicht, staut sich das Blut in den Beinen. Die Venen erweitern sich, schlängeln sich und treten als Krampfadern sichtbar hervor. Manchmal kommt es zusätzlich zu Schwellungen, Schweregefühl, Spannungsgefühlen oder nächtlichen Wadenkrämpfen.

Besenreiser sind im Gegensatz dazu feine, rötlich-blaue Äderchen in der obersten Hautschicht. Sie gelten meist als kosmetisches Problem, können aber ein Hinweis auf eine allgemeine Bindegewebsschwäche oder eine beginnende Venenschwäche sein. Familiäre Veranlagung, langes Sitzen oder Stehen, Übergewicht, Bewegungsmangel, hormonelle Einflüsse und Schwangerschaften gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für Veränderungen der Beinvenen.

Krampfadern-Behandlung: Wann ist sie sinnvoll?

Die krampfadern behandlung richtet sich nicht nur nach dem Aussehen der Venen, sondern vor allem nach Beschwerden und medizinischem Befund. Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung ratsam ist, sind wiederkehrende Schmerzen, starke Schwellneigung, Hautverfärbungen am Knöchel, schlecht heilende Wunden oder plötzlich verhärtete, schmerzhafte Venenstränge. In einer Praxis für Phlebologie oder Gefäßmedizin wird zunächst eine körperliche Untersuchung durchgeführt, ergänzt durch eine Ultraschall-Diagnostik der Venen (Duplexsonografie).

Ziel der Behandlung ist es, den Blutfluss zu verbessern, Beschwerden zu lindern und Komplikationen wie Venenentzündungen oder offene Beine zu verhindern. Je nach Ausprägung kommen konservative Maßnahmen wie Kompressionsstrümpfe, Bewegungstherapie und Gewichtsreduktion in Frage, aber auch interventionelle oder operative Verfahren. Dazu zählen Verödung (Sklerotherapie), endovenöse Laser- oder Radiowellentherapie sowie das klassische Herausziehen großer Krampfadern über kleine Hautschnitte. Welche Methode geeignet ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach genauer Diagnostik.

Besenreiser entfernen: Möglichkeiten und Grenzen

Viele Betroffene wünschen sich vor allem aus ästhetischen Gründen, Besenreiser entfernen zu lassen. Medizinisch dringend notwendig ist das meist nicht, dennoch kann eine Behandlung das Wohlbefinden deutlich steigern. Häufig angewendet wird die Sklerotherapie: Dabei wird ein Verödungsmittel mit einer feinen Nadel in die betroffenen Äderchen gespritzt. Die Gefäßwände verkleben, die kleinen Venen verschließen sich und werden vom Körper abgebaut. Für ein dauerhaftes Ergebnis sind oft mehrere Sitzungen nötig.

Alternativ oder ergänzend kommen Laser- und Blitzlampenverfahren infrage, bei denen das Gefäß durch gezielte Wärmeenergie verschlossen wird. Nicht alle Besenreiser lassen sich vollständig entfernen, und in manchen Fällen bilden sich an anderer Stelle neue Äderchen. Vor jedem Eingriff sollte daher ausführlich besprochen werden, welche Ergebnisse realistisch sind und ob eine Abklärung der tieferliegenden Venen sinnvoll ist, bevor rein kosmetische Maßnahmen begonnen werden.

Venenklinik oder Praxis: Wo behandeln lassen?

Wer eine spezialisierte venenklinik oder ein Gefäßzentrum aufsuchen möchte, findet in Deutschland unterschiedliche Strukturen. Erste Ansprechpersonen sind oft Hausärztinnen und Hausärzte, die bei Bedarf an Phlebologinnen, Gefäßchirurgen oder dermatologische Venenzentren überweisen. In einer spezialisierten Einrichtung werden Diagnostik, konservative und operative Behandlung sowie Nachsorge gebündelt angeboten.


Provider Name Services Offered Key Features/Benefits
Charité Gefäßzentrum Berlin Diagnostik und Behandlung von Krampfadern und Venenerkrankungen Universitätsklinik mit interdisziplinärem Team und moderner Gefäßdiagnostik
Universitäres Gefäßzentrum Hamburg (UKE) Operative und endovenöse Therapien, Sklerotherapie Zertifiziertes Zentrum mit breitem Spektrum an Venen- und Gefäß-Operationen
Gefäßzentrum der Universitätsmedizin Mainz Abklärung, Kompressions- und Interventionstherapie Kombination aus ambulanter und stationärer Versorgung, wissenschaftlich fundierte Behandlungskonzepte
Venenzentrum Hannover Diagnostik, Sklerotherapie, endovenöse Verfahren Schwerpunkt auf schonenden, meist minimal-invasiven Behandlungsmethoden

Wichtig ist weniger der Name der Einrichtung als die vorhandene Erfahrung mit Venenerkrankungen, die Qualifikation des Teams und eine verständliche, transparente Beratung. Für viele Eingriffe genügt heute ein kurzer stationärer Aufenthalt oder sogar eine ambulante Behandlung; rein kosmetische Therapien müssen häufig selbst bezahlt werden, während medizinisch notwendige Eingriffe in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen geprüft und nach deren Richtlinien erstattet werden.

Alltagstipps für gesunde Venen

Unabhängig davon, ob bereits Besenreiser oder Krampfadern vorhanden sind, können einfache Alltagsgewohnheiten die Venengesundheit positiv beeinflussen. Regelmäßige Bewegung – etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen – aktiviert die Muskelpumpe in den Waden und unterstützt den Rückfluss des Blutes. Wer viel sitzt oder steht, sollte häufiger die Position wechseln, kurze Gehpausen einlegen und die Füße zwischendurch kreisen oder abrollen.

Auch das Körpergewicht und die Kleidung spielen eine Rolle: Enge Hosenbünde und hohe, harte Absätze erschweren den Blutfluss. Besser sind bequeme Schuhe und Kleidung, die nicht einschnürt. Viele Menschen empfinden Wechselduschen mit kaltem Wasser an den Beinen als angenehm; sie fördern zusätzlich die Durchblutung. Ärztlich angepasste Kompressionsstrümpfe können im Alltag Beschwerden lindern und das Fortschreiten einer Venenschwäche verlangsamen, sollten jedoch immer individuell verordnet werden.

Fazit: Venengesundheit im Blick behalten

Besenreiser und Krampfadern sind weit verbreitet und haben sehr unterschiedliche Gesichter – von rein kosmetischer Veränderung bis hin zur ausgeprägten Venenerkrankung. Entscheidend sind nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch Beschwerden, persönliche Risikofaktoren und der Befund in der Ultraschalluntersuchung. Wer seine Beinvenen aufmerksam beobachtet, bei Warnzeichen ärztlichen Rat einholt und auf einen venengesunden Lebensstil achtet, kann viel zur eigenen Venengesundheit beitragen und die passende Behandlung von Besenreisern oder Krampfadern finden.